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Gesundheitsberichterstattung (GBE) im Saarland.


 
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Wie “funktioniert” Gesundheitsberichterstattung?

Um Aussagen über den Gesundheitszustand der Bevölkerung machen zu können, werden Daten aus allen Bereichen des Gesundheitswe­sens, aber auch über die Bevölkerungsentwicklung oder die soziale Si­tuation benötigt. Zu diesem Zweck wurde ein sog. Gesundheitsindikato­rensatz entwickelt, der es ermöglicht, die gesundheitlichen Verhält­nisse darzustellen und Schlussfolgerungen für gesundheitspolitische Maßnahmen abzuleiten.  

Wichtige Indikatoren sind z.B. die Bevölkerung nach Alter und Geschlecht, die Sterblichkeit aufgrund verschiedener Erkrankungen, die Zahl der Krankenhäuser und der zur Verfügung stehenden Betten je 100.000 Einwohner.

Damit es in allen Bundesländern eine gemeinsame Basis für die Beschaffung sowie die Aus- und Bewertung der Daten gibt, wurde von der Gesundheitsministerkonferenz ein einheitlicher Indikatorensatz für die Gesundheitsberichterstattung entwickelt. In seiner dritten, im Jahr 2003 verabschiedeten Fassung, enthält er insgesamt 297 Indikatoren in elf Themenfeldern. Allerdings sind noch nicht für alle Themenfelder Daten auf Länderebene verfügbar, dies gilt insbesondere für die Themenfelder "Gesundheitspersonal" und "Gesundheitskosten". Die neue Systematik der dritten Fassung des Indikatorensatzes bietet den Ländern die Möglichkeit, vorhandene Indikatoren bei Bedarf mit zusätzlichen Datentabellen zu erweitern. Diese werden durch eine weitere zweistellige Ziffer hinter der laufenden Numerierung kenntlich gemacht, Beispiel: Indikator 2.5_01.

Aktuell sind für ingsgesamt 302 Indikatoren Daten verfügbar und im Internetportal Gesundheitsberichterstattung Saarland eingestellt.



Was bietet das GBE-Internet-Portal?

Gesundheits-Indikatoren, für die Daten verfügbar und aufbereitet sind, können als HTML- und als Excel-Datei aufgerufen werden. Bei jedem Indikator werden die wichtigsten Daten beim Aufrufen der entsprechen­den Seite in einer Grafik dargestellt. In der Spalte links neben der Grafik sind die verfügbaren Tabellen aufgeführt. Bei Tabellen, die eine Zeitreihe über mehrere Jahre beinhalten, ist die aktuelle Tabelle als HTML- und Excel-Datei verfügbar. Bei Tabellen, die nur die Daten eines Jahres beinhalten, stehen zum Vergleichen auch die Tabellen des Vor­jahres zur Verfügung. Der Link "Indikator-Definition und Erläuterungen" bietet die von der Arbeitsgemeinschaft der Obersten Gesundheitsbehör­den beschlossene Definition des Indikators mit Angaben zu Datenhal­ter, Datenquelle, Periodizität, Validität und Vergleichbarkeit mit den WHO-Indikatoren sowie einen Kommentar mit einer Begründung für den Indikator.


Themenfelder und Indikatoren

Erstmals wurden im Jahr 1991 von der Gesundheitsministerkonferenz ein “Indiaktorensatz für den Landesgesundheitsbericht” mit 190 Indikatoren in elf Themenfeldern festgelegt.

Bei der ersten Überarbeitung im Jahr 1996 wurde die Zahl der Indikatoren auf 140 reduziert. Im Jahr 2002 wurde der Indakatorensatz aufgrund neu erschlossener Datenbestände (z.B. Pflegestatistik, Daten zur ambulanten Morbidität) grundlegend überarbeitet und erweitert.

In der aktuell gültigen, dritten Fassung ist die Zahl der Indikatoren auf 297 gestiegen, die weiterhin in elf Themenfelder gegliedert sind. Das Themenfeld 01 - Gesundheitspolitische Rahmenbedingungen - enthält keine Indikatoren, sondern es wird in freier Form über die Rahmenbedingungen berichtet, die die gesundheitliche Lage und Versorgung der Bevölkerung im Berichtszeitraum beeinflusst haben.

Erstmals wird zwischen drei verschiedenen Arten von Indikatoren - Kern-, Länder- und Bundesindikatoren - unterschieden:

  • Kernindikatoren (K) sollten von allen Bundesländern vorgehalten werden; sie sollten EU-kompatibel sein. Kernindikatoren überwiegen von der Bedeutung gegenüber Länderindikatoren, sie sollten grundsätzlich zwischen den Ländern vergleichbar sein.
  • Länderindikatoren (L) können zusätzlich in den Ländern geführt werden, wenn dafür gesundheitspolitische Prioritäten bestehen; Indikatoren im Regionalvergleich werden grundsätzlich als Länderindikatoren geführt.
  • Bundesindikatoren (B) werden vom Statistischen Bundesamt, dem RKI und anderen Datenhaltern auf Bundesebene berechnet und dort vorgehalten. Bundesindikatoren werden in der Regel verwendet, wenn keine Länderdaten zur Verfügung stehen.

Von den 297 Indikator-Tabellen sind 88 Tabellen Zeitreihen, 128 sind Landestabellen über 1 Jahr, 32 sind Landestabellen über mehrere Jahre und 49 Tabellen enthalten eine regionale Gliederung nach Landkreisen.

Einzelheiten über die methodischen Grundlagen des Indikatorensatzes und statistische Methoden sowie alle 297 Indikatoren mit der Indikatordefinition enthält der von der Arbeitsgemeinschaft der Obersten Landesgesundheitsbehörden (AOLG) herausgegebene Indikatorensatz für die Gesundheitsberichterstattung der Länder, der hier in zwei Bänden als Download zur Verfügung steht:




Ein Auszug aus Band 2 des Indikatorensatzes, der die statistischen Methoden darstellt, steht hier zum Download zur Verfügung:


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